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Gewerblicher Rechtsschutz in England (UK), horak Fachanwälte

Auch im englischen Wirtschaftsrecht ist das geistige Eigentum fest verankert und √ľberwiegend kodifiziert. Dabei sind die Details des gewerblichen Rechtsschutzes in England dennoch von Fallrecht gepr√§gt.

Grundsätzlich kann mit der richtigen Art des Schutzes des geistigen Eigentums in UK eine Piraterie durch Schutzrechte vermieden werden:

  • Schutz der Namen der Produkte oder durch Dienstleistungs-Marken (durch Markenanmeldung in England)
  • Schutz von Erfindungen (durch eine englische Patentanmeldung)
  • Schutz des Designs oder des Aussehens von Produkten (durch Designschutz oder Urheberrechtsschutz)
  • Schutz der Dinge, die geschrieben, erstellt oder produziert werden (durch Urheberrechtsschutz oder Wettbewerbsrecht)

Urheberrechte, Patente, Designs und Marken sind jeweils verschiedene Arten des Schutzes des geistigen Eigentums in UK. In der Regel muss der jeweilige Schutz gesondert beim englischen Patent- und Markenamt beantragt werden (teils - f√ľr Urheberrechte - entsteht er von Gesetzes wegen).

Das UKPTO finden Sie dort: https://www.gov.uk/government/organisations/intellectual-property-office

Das jeweilige geistiges Eigentum kann grds. folgende Eigenschaften rechtlich nach englischem Wirtschaftsrecht aufweisen:

  • mehr als einen Besitzer haben;
  • sowohl nat√ľrlichen Personen als auch Unternehmen geh√∂ren;
  • verkauft oder √ľbertragen werden;
  • lizensiert (verpachtet) werden.

UK-Patentrecht

Der UK Patent Act ( https://www.gov.uk/government/publications/the-patents-act-1977 ) regelt das Patentrecht im vereinigten Königreich Englands sowohl hinsichtlich der Anmeldung englischer Patente, von Fragen der Patentverletzung nach englischem Recht bis hin zur Einbettung des europäischen Patentsystems (auf Basis der EPÜ) sowie des internationalen Patentsystems (PCT-Patente in UK).

Erfindungen beginnen mit einer Idee. Nichts jede Idee f√ľhrt am Ende zu einer Patentanmeldung in England. Auch nach englischem Patentrecht muss die Erfindung muss neu sein. Dies bedeutet, dass es vor dem Datum, an dem die Patentanmeldung eingereicht wird, bekannt war. In UK gilt der weltweite Neuheitsbegriff, so dass - wie in Deutschland - die Erfindung nirgendwo auf der Welt ver√∂ffentlicht worden sein darf.

Viele Erfindungen existieren bereits irgendwo, obwohl diese noch nie gesehen oder tatsächlich bekannt sind. Auch daher empfiehlt sich zu Beginn eine umfassende Patentrecherche.

Die englische Patentanmeldung muss Folgendes enthalten:

  • eine schriftliche Beschreibung der Erfindung;
  • Zeichnungen zur Veranschaulichung der Beschreibung
  • Anspr√ľche als genaue rechtliche Aussagen in Form einzelner S√§tze, die die Erfindung definieren, indem sie ihre besonderen technischen Merkmale darlegen
  • eine Zusammenfassung

Die englischen Patente sind Territorialrechte und ein britisches Patent bietet nur Schutz innerhalb des Vereinigten Königreichs.

Solange ausl√§ndische Anmeldungen innerhalb von 12 Monaten nach dem britischen ‚ÄěPriorit√§tsdatum“ (dem Anmeldetag der urspr√ľnglichen britischen Anmeldung f√ľr dieselbe Erfindung) eingereicht werden, wird jeder ausl√§ndischen Anmeldung das gleiche ‚ÄěPriorit√§tsdatum“ zugewiesen.

Wenn die  Anmeldung alle Anforderungen desUK Patents Act  erf√ľllt, erteilt das UKPTO das Patent, ver√∂ffentlicht die Anmeldung in ihrer endg√ľltigen Form und erl√§sst eine Patenturkunde.

Sobald das englische Patent erteilt wurde, m√ľssen jedes Jahr Verl√§ngerungsgeb√ľhren gezahlt werden.

Die maximale Laufzeit eines englischen Patentes beträgt 20 Jahre.

Gebrauchsmusterschutz in England

Das englische Wirtschaftsrecht und das englische Patentrecht, namentlich der Patent Act kennt kein gesondertes Grauchsmusterrecht. Mithin gibt es in UK keine Gebrauchsmuster.

UK-Markenrecht

Das englische Markenrecht ist im Trade Mark Act geregelt. Das UK-Markengesetz normiert dabei sowohl die Voraussetzungen f√ľr Marken als auch Sachverhalte zur Markenverletzung nach englischem Recht.

Schutzfähige Zeichen im englischen Markenrecht

Auch in UK ist eine Marke ein Zeichen, das die Waren und Dienstleistungen von denen der Mitbewerber unterscheiden kann.

UK-Marken k√∂nnen nur eingetragen werden, wenn Unterscheidungskraft f√ľr die beanspruchten Waren und Dienstleistungen vorliegt.

Aufgrund internationaler Abkommen, k√∂nnen solche Zeichen nicht gesch√ľtzt werden, wenn sie identisch oder diesen sehr √§hnlich sind zu :

  • Wappen
  • Flaggen und andere staatliche Embleme
  • offizielle Zeichen
  • Abk√ľrzungen und Namen internationaler zwischenstaatlicher Organisationen

Marken vs Domainnamen in UK

Der Inhaber einer eingetragenen Marke ist nicht automatisch berechtigt, diese Marke als Domainnamen zu verwenden. Der Hauptgrund daf√ľr ist, dass dieselbe Marke f√ľr verschiedene Waren oder Dienstleistungen und von verschiedenen Inhabern eingetragen werden kann. M√∂glicherweise hat jemand den Domain-Namen bereits und zu Recht registriert, m√∂glicherweise weil seine Verwendung mit nicht registrierten Waren oder Dienstleistungen verbunden ist.

Das Gegenteil gilt auch, wenn der Domain-Name ordnungsgem√§√ü registriert wurde, folgt daraus nicht automatisch, dass eine √§hnliche Marke die Anforderungen f√ľr die Registrierung einer Marke erf√ľllt, und / oder sie kann der fr√ľheren Marke einer anderen Person √§hnlich sein.

Firmennamen vs Marken im vereinigten Königreich

Das Companies House ist verantwortlich f√ľr die Registrierung von Unternehmen in Gro√übritannien. Das englische Gesellschaftsrecht unterscheidet sich vom Markenrecht.

Allein durch die Registrierung eines Unternehmens im Companies House in UK entstehen keine Namensrechte an der Firmierung/ dem Firmennamen.

Markenrecherche in UK

Vor Anmeldung einer englischen Marke sollte eine professionelle Markenrecherche durchgef√ľhrt werden.

Markenanmeldung in England

Markenschutz entsteht in England durch die Anmeldung und Eintragung der Marke. Dabei muss die Marke nach englischem Markenrecht schutzfähig sein.

In England existieren Widerspruchsverfahren gegen angemeldete Marken.

Der Registrierungsprozess dauert ca. 4 Monate, wenn niemand Einwände (also Widerspruch) erhebt. Eingetragene Marken bestehen 10 Jahre und können beliebig oft verlängert werden.

Die Registrierung einer Marke in Gro√übritannien sch√ľtzt die Marke nur in Gro√übritannien. Daneben kommen andere nationale Marken, EU-Marken (Unionsmarke) und internationalen Marken in Betracht.

UK-Designrecht

Das Designrecht des vereinigten Königreichs ist im Design Act normiert. Designs können beim UKPTO angemeldet und eingetragen werden.

Voraussetzungen f√ľr ein englisches Designrecht

Um das Design zu registrieren, muss es:

  • neu sein;
  • nicht anst√∂√üig sein (z. B. als grafische Bilder oder W√∂rter)
  • eigenes geistiges Eigentum sein;
  • keine gesch√ľtzten Embleme oder Flaggen (z. B. die olympischen Ringe oder die k√∂nigliche Krone) umfassen/ enthalten;
  • keine Erfindung sein oder die Neuheit auf die Funktion beschr√§nken (dann ggfs Patentanmeldung).

Die Funktionalit√§t eines Designs ist nicht gesch√ľtzt.

Gesch√ľtzt werden kann ein neues Aussehen eines Designs, wie z.B. neues

  • optisches Aussehen
  • k√∂rperliche Darstellung
  • Konfiguration (oder wie verschiedene Teile eines Designs zusammen angeordnet sind)
  • Dekoration o.√§.

Designschutz in Grossbritannien

Designschutz in Grossbritannien bietet folgendes:

  • Sch√ľtzt jeden Aspekt des neuen Designs, zum Beispiel sowohl die Form als auch die Dekoration des Produkts
  • Gibt das Recht, andere daran zu hindern, es bis zu 25 Jahre lang zu verwenden (das eingetragene Design muss alle 5 Jahre erneuert werden)
  • Macht es einfacher, rechtliche Schritte gegen Verst√∂√üe einzuleiten.

Nach der Registrierung kann in UK die Registrierungsnummer auf dem Design in bestimmter Form genannt werden (dennoch nicht empfehlenswert).

Urheberrecht (Copyright) in UK

Das Urheberrechtsgesetz, der Copyright Act, des vereinigten Königreichs sieht einen umfassenden Schutz der urheberrechtlichen Werke in Grossbritannien vor.

Entstehung von Urheberrechtsschutz in England

Es entsteht automatisch Urheberrechtsschutz bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen geam√§ss dem Copyright Act. Es m√ľssen keine Geb√ľhren bezahlt werden. In Gro√übritannien gibt es kein Register f√ľr urheberrechtlich gesch√ľtzte Werke.

Urheberrechtsschutz entsteht nach englischem Recht in UK f√ľr:

  • literarische, dramatische, musikalische und k√ľnstlerische Werke, einschlie√ülich Illustration und Fotografie
  • nicht literarische schriftliche Werke wie Software, Webinhalte und Datenbanken;
  • Ton- und Musikaufnahmen;
  • Film- und Fernsehaufnahmen;
  • Sendungen
  • das Layout der ver√∂ffentlichten Ausgaben von schriftlichen, dramatischen und musikalischen Werken

Das urheberrechtlich gesch√ľtzte Werk kann mit dem Copyright-Symbol (©), dem Namen und dem Erstellungsjahr gekennzeichnet werden.

Wirkung des englischen Urheberrechts

Das Urheberrecht verhindert, dass Dritte

  • Das Werk kopieren;
  • Das Werk verbreiten, also z.B. Verteilen von Kopien (egal ob kostenlos oder zum Verkauf);
  • Das Werk mieten oder ausleihen;
  • Das Werk auff√ľhren, zeigen oder √∂ffentlich Widergeben
  • Das Werk √§ndern;
  • es ins Internet stellen.

In den meisten L√§ndern betr√§gt das Urheberrecht f√ľr die meisten schriftlichen, dramatischen und k√ľnstlerischen Werke mindestens 50 Jahre und f√ľr Fotografien mindestens 25 Jahre. Bei anderen Arten von Werken kann dies anders sein.

Schöpfer und erster Inhaber des Urheberrechts in UK

Bei literarischen, dramatischen, musikalischen oder k√ľnstlerischen Werken ist nach englischem Recht der Autor oder Sch√∂pfer des Werks normalerweise der erste Inhaber eines Urheberrechts daran. Die gemeinsamen Autoren und Erstinhaber des Urheberrechts an einem Film sind der Hauptregisseur und der Filmproduzent. Es gibt jedoch eine Ausnahme, wenn solche Arbeiten von Mitarbeitern ausgef√ľhrt werden.

Der Autor und Erstinhaber des Urheberrechts an einer Tonaufnahme ist der Plattenproduzent. Der Autor und Erstinhaber des Urheberrechts an einer Sendung ist der Sender. Der Autor und Erstinhaber des Urheberrechts an einer veröffentlichten Ausgabe ist der Herausgeber.

Das Urheberrecht an Material, das von einer Regierungsbehörde hergestellt wurde, liegt bei der Krone.

Urheberrecht und Arbeitnehmer in UK

Wenn ein Mitarbeiter im Laufe seiner Besch√§ftigung ein literarisches, dramatisches, musikalisches oder k√ľnstlerisches Werk oder einen Film macht, ist sein Arbeitgeber der erste Inhaber eines Urheberrechts an dem Werk (vorbehaltlich anderslautender Vereinbarungen).

Der Ausdruck ‚Äěim Laufe des Arbeitsverh√§ltnisses“ ist im Gesetz nicht definiert, aber bei der Beilegung von Streitigkeiten mussten die Gerichte in der Regel entscheiden, ob der Arbeitnehmer im Rahmen eines ‚ÄěArbeitsvertrags“ (z. B. als Arbeitnehmer) oder eines ‚ÄěDienstleistungsvertrags“ arbeitete "(z. B. als Freiberufler oder unabh√§ngiger Auftragnehmer).

Wenn eine Person im Rahmen eines ‚ÄěDienstleistungsvertrags“ arbeitet, beh√§lt sie normalerweise das Urheberrecht an allen von ihr produzierten Werken, sofern keine vertragliche Vereinbarung vorliegt.

Ein Arbeitgeber sollte sorgf√§ltig aufzeichnen, welche Person (en) die Arbeit (en) f√ľr sie erstellt hat (haben) und welche vertraglichen Vereinbarungen in Kraft waren. Die Dauer des Urheberrechtsschutzes ist in der Regel weiterhin an das Datum des Todes des / der Urheber (s) gebunden, dh des / der Mitarbeiter (s).

Miturheberschaft in UK

Wenn zwei oder mehr Personen ein einzelnes urheberrechtlich gesch√ľtztes Werk geschaffen haben und sich der Beitrag jedes Autors nicht von dem des anderen unterscheidet, k√∂nnen diese Personen als Miteigent√ľmer betrachtet werden.

Miteigentum kann beispielsweise entstehen, wenn eine Person beauftragt wurde, zusammen mit einem Mitarbeiter des Unternehmens eine Website zu erstellen. Es ist wahrscheinlich, dass sowohl die beauftragte Person als auch das Unternehmen gemeinsame Erstinhaber des Urheberrechts an der Website sind. Wenn jemand ein Werk des Miteigentums auf irgendeine Weise kopieren oder verwenden wollte, m√ľssten alle Eigent√ľmer einer solchen Anfrage zustimmen, da sonst immer noch eine Urheberrechtsverletzung auftreten k√∂nnte

Wenn andererseits einzelne Beiträge unterschiedlich oder getrennt sind, ist jede Person der Autor des von ihnen erstellten Teils (zum Beispiel, wenn die Musik und der Text eines Liedes von zwei verschiedenen Personen erstellt werden). Wenn Sie unter diesen Umständen nur die Texte verwenden möchten, benötigen Sie nur die Erlaubnis des Copyright-Inhabers der Texte.

Urheberrecht insgesamt √ľbertragbar in UK

Das Eigentum am Urheberrecht kann √ľbertragen werden. Wenn also etwas produziert wird, an dem Beitr√§ge von mehr als einer Person beteiligt sind, kann das Urheberrecht an dem gesamten Material aufgrund entsprechender √úbertragungen einer einzelnen Person geh√∂ren.

So können Mitarbeiter im Voraus vereinbaren, dass das Urheberrecht an dem, was produziert werden soll, einer einzelnen Person oder Einrichtung gehören sollte.

Internationale Mitgliedschaften von UK im gewerblichen Rechtsschutz

Zwar trat UK aus der europäischen Union durch den BREXIT aus, jedoch verbleibt Grossbritannien in zahlreichen internationalen Abkommen. Im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes im Zusammenhang mit der WIPO sind das die nachfolgenden (von der WIPO-Seite):

Contracting Party

Treaty

Signature

Instrument

In Force

Details

United Kingdom

Beijing Treaty on Audiovisual Performances

June 11, 2013

United Kingdom

Berne Convention

September 9, 1886

Ratification: September 5, 1887

December 5, 1887

Details

United Kingdom

Budapest Treaty

April 28, 1977

Ratification: September 29, 1980

December 29, 1980

Details

United Kingdom

Hague Agreement

Accession: March 13, 2018

June 13, 2018

Details

United Kingdom

Locarno Agreement

Accession: July 21, 2003

October 21, 2003

United Kingdom

Madrid Agreement (Indications of Source)

April 14, 1891

Ratification: June 15, 1892

July 15, 1892

Details

United Kingdom

Madrid Protocol

June 28, 1989

Ratification: April 6, 1995

December 1, 1995

Details

United Kingdom

Marrakesh VIP Treaty

June 28, 2013

United Kingdom

Nice Agreement

June 15, 1957

Accession: March 15, 1963

April 15, 1963

Details

United Kingdom

Paris Convention

Accession: March 17, 1884

July 7, 1884

Details

United Kingdom

Patent Cooperation Treaty

June 19, 1970

Ratification: October 24, 1977

January 24, 1978

Details

United Kingdom

Patent Law Treaty

June 2, 2000

Ratification: December 22, 2005

March 22, 2006

Details

United Kingdom

Phonograms Convention

October 29, 1971

Ratification: December 5, 1972

April 18, 1973

Details

United Kingdom

Rome Convention

October 26, 1961

Ratification: October 30, 1963

May 18, 1964

Details

United Kingdom

Singapore Treaty

March 28, 2006

Ratification: March 21, 2012

June 21, 2012

United Kingdom

Strasbourg Agreement

March 24, 1971

Ratification: May 26, 1972

October 7, 1975

Details

United Kingdom

Trademark Law Treaty

October 28, 1994

Ratification: May 1, 1996

August 1, 1996

Details

United Kingdom

UPOV Convention

November 26, 1962

Ratification: September 17, 1965

August 10, 1968

Details

United Kingdom

Vienna Agreement

Accession: June 11, 2013

September 11, 2013

Details

United Kingdom

WIPO Convention

July 14, 1967

Ratification: February 26, 1969

April 26, 1970

United Kingdom

WIPO Copyright Treaty

February 13, 1997

Ratification: December 14, 2009

March 14, 2010

United Kingdom

WIPO Performances and Phonograms Treaty

February 13, 1997

Ratification: December 14, 2009

March 14, 2010

 

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